Schillernde Farben

Schillernde Farben

Die Zeit schien damals anders getaktet zu sein.

Als Zeit irgendwie noch Zeit war. Großzügig verteilt und genossen wurde. Kein technischer Kram ablenkte. Man als Kind sehr genau wahrnahm, dass es auf der Schaukel (frühmorgens in aller Stille, das Gras noch nass vom Sommertau, nur das Knarzen der Ketten auf dem Eisen), sonderbar leicht war, dem Himmel ein Stück näher zu kommen. Barfuß. Ein Gefühl, das man erst als Erwachsener als „Glück“ beschreiben würde. Unbeschwertheit in

Foto: Schnappschuss /Pixelio.de

himmelblau.

Auf der Straße dann später all die anderen Kinder mit denen man spielte. Irgendwie war mehr da. Mehr Menschen. Mehr Lachen. Mehr grüßen. Mehr Experimente. Mehr Wagnis. Mehr Zusammenhalt. Wassereis für 10 Pfennige.

Weniger Autos, weniger Sirenen. Weniger Neid.

Kann man all dies nur schreiben, wenn man schon älter ist? Verklärt man die Kindheit?

Es sind einzelne Glasstücke, meine Erinnerungen. Ich hebe die Scherbe auf und halte sie ins Licht.

Schillernde Farben.

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