Ein Engel in Warschau

Ein Engel in Warschau

Es ist 1942. Die Deutschen beginnen, Juden aus dem Warschauer Ghetto in Konzentrationslager zu deportieren. Engel gibt es wenige. Doch einer ist da und hat einen Namen: Irena.

Irena schmuggelt. Irena fälscht. Irena betäubt. Irena lügt. Irena kämpft. Irena verschleppt.

Irena hat Mut. Irena ist Irena. Irena kann nicht anders. Sie gibt vor, Seuchenkontrollen durchführen zu müssen, da sie beim Sozialamt arbeitet. Und rettet so mit ihren Helfern jüdische Kinder aus dem Ghetto. Nicht eines, nicht zehn, nicht hundert:

 2500 Kinder.

Durch stinkende Kanäle. Im Müll. Betäubt in Kisten, Säcken, Särgen. Manchmal muß sie die Kinder aus den Armen der schreienden Mütter reissen, die sich dann doch nicht von ihren Kindern trennen können. Ahnten sie wohl, sie nie wiederzusehen. Die Kinder, die gerettet werden, werden unter falschen Namen in Klöstern, Waisenhäusern oder bei guten Menschen untergebracht.

Doch irgendwann fliegt auch ein Engel auf. Irena wird verhaftet. Ihr werden beide Arme gebrochen. Sie wird gefoltert. Doch sie verrät nichts. Niemanden. Keinen einzigen Namen. Kein einziges Kind. Die Gestapo findet auch ihre Marmeladengläser nicht. Unter dem Apfelbaum vergraben. Darin die Namenslisten der Kinder, um sie später mit ihren Eltern zusammenzuführen. Doch viele Eltern überleben den Holocaust nicht.

Der Engel wird zum Tode verurteilt. Doch durch Bestechung wird sie gerettet. Offiziell jedoch ist der Engel tot. Und Irena heißt jetzt anders und versteckt sich. Bis der Krieg vorbei ist.

Irena ist alt. Irena Sendler  (1910-2008) wird erst 2007 für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Doch bekommen hat ihn Al Gore.

© Sine

 

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